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Die Debatte um einen alternativen Wohlstandsindex › Oliver Lindner

Oliver Lindner

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Die Debatte um einen alternativen Wohlstandsindex

Im Rahmen meiner Fortbildung zum Verwaltungsfachwirt habe ich eine volkswirtschaftliche Hausarbeit zum Thema „Das Bruttoinlandsprodukte und die Debatte um einen alternativen Wohlstandsindex“ vorgelegt. Da dies eine sehr aktuelle Diskussion wiedergibt, veröffentliche ich diese Hausarbeit an dieser Stelle. Anmerkungen und Kommentare sind gern gesehen.

Knapp Jahrzehnte nach dem Scheitern des Kommunismus und dem Sieg des kapitalistischen Wirtschaftsmodells, ist eine Systemdebatte über dieses System entbrannt. Es stellt den Kapitalismus nicht im Grundsatz in Frage, aber durch die Finanz- und Bankenkrise sind die kritischen Stimmen in Wissenschaft und Politik lauter geworden. Die Frage nach dem BIP als wichtigste Kennzahl des Wirtschaftens einer Gesellschaft ist im Kern eine politische Frage, wie Fortschritt in Zukunft noch möglich ist und welche gesellschaftlichen und ökologischen Kosten dafür bezahlt werden müssen. Es ist eine zweite Welle das Wachstumskritik nach 1972 entbrannt. Wachstum als alleinige Steigerung der Produktion wird mittlerweile als unsozial und ökologisch schädlich angesehen.

Die in zahlreichen Ländern und multinationalen Organisationen angestoßene Debatte über Wohlstand und dessen Indikator in den entwickelten Industrienationen findet jenseits der bekannten politischen Rechts/Links-Schemata statt.

Alle Diskussionen sind jedoch in der Analyse, die nicht immer einhellig betrachtet wurden, stecken geblieben. Für einen neuen Wohlstandsbegriffs wurden neben dem BIP als Wachstumsindikator einer volkswirtschaftlichen Produktion weitere Indikatoren für eine gesellschaftliche Entwicklung definiert. Deren Auslegung ist jedoch nicht objektiv, sondern ist dem jeweiligen politischen Blickwinkel zuzuordnen. Ein objektiver Indikator, der den Entwicklungsstand einer Gesellschaft definiert, wird es nicht geben können.

So hat die internationale Debatte um das BIP in erster Linie die notwendige grundsätzliche Debatte über Wirtschaftswachstum und Fortschritt in einer globalisierten Welt ausgelöst. Die Debatten haben gezeigt, dass es Alternativen zum „Wachstums-Mantra“ gibt. Diese Alternativen sind nicht leicht umzusetzen, weil es die Sichtweise auf unsere Art zu Leben und zu Wirtschaften verändern muss. Andernfalls wird es erbitterte Verteilungskämpfe um die noch wenigen Ressourcen geben und die Kosten für unsere nicht nachhaltige Politik werden für künftige Generationen immens sein. Wollen wir den späteren Generationen also mehr hinterlassen als Wachstumsraten – gemessen am BIP!

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