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Sachsen-Anhalt nach dem Hochwasser › Oliver Lindner

Oliver Lindner

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Sachsen-Anhalt nach dem Hochwasser

Hochwasser 2013

Hochwasser 2013

Im Norden von Sachsen-Anhalt stehen noch einige Ortschaften unter Wasser. Das Wasser sinkt aber spürbar in Elbe und in der Umflut bei Biederitz. Die auf Katastrophenanalysen spezialisierte US-Agentur Air Worldwide schätzt die versicherten Schäden des Hochwassers in allen betroffenen  Bundesländern auf vier bis 5,8 Milliarden Euro. Am 09. Juli 2013 bezifferte das Finanzministerium Sachsen-Anhalt den Gesamtschaden auf 2,7 Miiliarden Euro im Land. Der volkswirtschaftliche Gesamtschaden wird viel höher sein. Zum Vergleich: 2002 lag der versicherte Schaden bei 1,8 Mlliarden Euro. Schäden an öffentliche Einrichtungen wie Brücken oder Straßen sind beispielsweise nicht versichert.

Immerhin haben sich Bund und Länder sehr schnell auf ein Finanzierungspaket von insgesamt acht Milliarden Euro verständigt. Somit beteiligen sich alle Länder an der Schadensbeseitigung. Sachsen-Anhalt hätte die Schäden hierzulande nicht allein bewältigen können.

Was sind nun die Lehren aus der Katastrophe? Im Gegensatz zu 2002 hat der Katastrophenschutz besser funktioniert. Beeindruckend war, wieviele Fahrzeuge der Feuerwehren, des THW, der DLRG, des DRK und der Bundeswehr in diesen Wochen auf den Autobahnen Richtung Sachsen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen unterwegs waren. Die vielen (ehrenamtlichen) Helfern kamen aus dem ganzen Bundesgebiet und haben Schlimmeres verhindert.

Für überlegenswert halte ich den Vorschlag einer Pflichtversicherung gegen Hochwasserschäden in hochwassergefährdeten Gebieten. Diese müssen bezahlbar sein. Dennoch ist doch so manche Entscheidung für ein Neubaugebiet am nahen Deich oder im alten Flußbett (die Elbe wurde vor über 200 Jahren begradigt) schwer nachzuvollziehen. Gerade in soichen Gebieten ist mindestens ein Kellerbau unverantwortlich.

Das Hochwasser 2013 hat aber auch gezeigt, dass die neuen Deiche (Sachsen-Anhalt hat nach 2002 über 500 Millionen Euro in den Deichbau gesteckt) gehalten haben. Nun müssen die anderen Deiche saniert, erhöht und gestärkt werden. Aber sicher auch mal rückverlegt werden, um Flächen für das Hochwasser zu schaffen. Im Gespräch ist nun ein Flächentausch mit den Bauern, um neue flußnahe Flächen zu schaffen. Ich meine, dass grundsätzlich nichts gegen eine landwirtschaftliche Nutzung von Überflutungsflächen spricht. In vielen Fällen kann von einem Flächentausch abgesehen werden. Immerhin wissen die Landwirte um die Gefahren und werden für die Ernteausfälle auch entschädigt. Das mag manchmal sogar günstiger als ein Flächentausch sein.

In diesen Tagen war ich persönlich vom Hochwasser nicht betroffen. 2002 wurde mein Heimatort Gübs komplett überflutet. Das blieb uns erspart. Ich habe aber an anderen Stellen geholfen und war als Deichwache in der Nacht im Einsatz. Beeindruckt hat mich die Moblisierung der vielen freiwlligen Helfer über Facebook, Twitter und über das Radio. Vor Ort angekommen wuselten hunderte Menschen scheinbar unkoordiniert und errichteten einen neuen Deich oder deckten Schadensstellen ab. Es funktionierte reibungslos und es war ein tolles Gefühl dabei zu sein und zu helfen.

Auch wenn solche extremen Wasserstände hoffentlich die Ausnahme bleiben, wird uns das Hochwasser in Weißer Elster, Saale und Elbe in Zukunft regelmäßig beschäftigen. Höhere Deiche, Schöpfwerke und anderer technischer Hochwasserschutz allein werden keine Lösung bringen. In anderen Regionen, wie in Köln, hat man den technischen Kampf mit dem Hochwasser aufgegeben. Es gibt nun einnmal Grenzen. Wir brauchen ein Portfolio von Maßnahmen, um künftige hohe Schäden abzuwenden.

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